在国际法惨遭践踏的时刻。

在公民不服从行为被描绘为邪恶的时代。

在强权可以入侵一个国家而无需担心任何实际后果的时代。

然而,尽管如此——实际上自1980年左右以来——人们一直在聚集,就像我们今天在莱比锡一样:在教堂里,在广场上,在秘密地点,甚至在客厅的地下。他们聚集在一起,是为了确保人类的目标——例如和平、多样性和希望的前景——不会被我们全球人类大家庭的敌人夺走。

刘晓波,在天安门广场抗议活动遭到残酷镇压前两天说过:“我们不想死。我们想要真正的生命。”我们不想死于坦克和子弹。

我们今天聚集在这里,是为了告诉世界,刘晓波不会被遗忘;即使我们怀念他,他的思想和愿景也不会消失。

马丁路德金向我们发出呼喊:“我梦想有一天,我的四个孩子将生活在一个不以肤色,而是以品格来评判他们的国度。”

索菲·绍尔(Sophie Scholl)近乎恳求地说:“我仍然认为,在此时此刻,我为我的人民做了我所能做的最好的事。因此,我不后悔我的行为,并愿意承担由此产生的后果。”

对刘晓波而言,这意味着:“我们不想死。我们想要真正的生命。”秉承刘晓波的精神,这意味着:一种不被遗忘的生命。

不要忘记西藏人民的命运!

不要忘记宗教自由的权利,特别是维吾尔族的宗教自由!

不要忘记香港的民主运动;与人民站在一起!

不要忘记台湾!德国:承认台湾是一个自治国家!

“我们不想死。我们想要真正的生命。”

……面对惯常的诱惑与威胁——也就是“胡萝卜加大棒”的策略——而不选择以说谎作为生存之道。”

我是一名基督徒,也是一位新教牧师,同时我也有意识地投身于人权倡导事业——正因如此,我亦是一位世界公民;像其他人一样,我对这个美好的世界怀有责任感,并愿为此承担责任!

因此,我希望为我们的讨论引入一个重要维度:即对一个更积极的全球未来的期许,而这一期许源于一种能够透过宗教得以彰显的、具有变革力量的视角。

植根于这种积极且切实践行的人文主义理念,致力于落实人权便成为了一项绝对的要务——这既是出于人性的召唤,也是源于神圣的使命!

这些世界性宗教蕴含着实现普世和平的潜力,这种和平不受任何压迫;因为它们的核心精神在于关爱全人类、动物界乃至整个自然界——从而确保我们在这独特的星球上得以生存。

正因如此,我们——莱茵—马斯职业学院(Rhein–Maas-Berufskolleg)的全体学生与肯彭(Kempen)的新教教会团体——呼吁让中国的维吾尔族和藏族人民享有自由的生活,支持台湾的自由与独立,捍卫香港人民的公民自由与权利,并致力于海地的教育与人道主义援助。

这种承诺与团结精神植根于《世界人权宣言》——这些原则必须被教导与坚守。

马丁·路德·金在荣获诺贝尔和平奖时曾言:“这是人类面临的重大新课题。我们继承了一座巨大的房子,一座宏伟的‘世界之家’,我们必须共同生活于其中——黑人与白人、东方人与西方人、犹太人与非犹太人、既然与新教徒、穆斯林与印度教徒——这是一个在观念、文化和利益上被不在一起,然而我怀抱着一份希望,也向世界各宗教发出呼吁:愿你们携手捍卫和平、全人人类的平等与尊严、正义与爱,从而彰显人类命运共同体的精神。

身为德国人,我也深感肩负着一份责任——正如今年荣获德国书业和平奖的安妮·阿普尔鲍姆(Anne Applebaum)在圣保罗教堂发表获奖感言时所阐述的那样:“这并非意味着德国人永远不能再发动战争,而是意味着我们肩负着捍卫自由的特殊责任——并且必须承担随之而来的风险。”

独裁者心怀恐惧!他们惧怕言语的力量!惧怕启蒙思想!惧怕那些敢于挺身捍卫民主、自由与人权的人——即使这意味着必须付出生命的代价。

感谢大家的聆听!

Rede bei der Konferenz am 13. Juli 2026

A forerunner of a faith engaged with the world

In einer Zeit, in der das Völkerrecht mit Füßen getreten wird.

In einer Zeit, in der der zivile Ungehorsam als das Böse dargestellt wird.

In einer Zeit, in der der Stärkere ein Land überfallen kann, ohne wirklich Konsequenzen fürchten zu müssen.

Trotzalledem in dieser Zeit und so bereits seit ca. 1980 treffen sich Menschen wie hier in Leipzig in Kirchen, auf Plätzen, an geheimen Plätzen, im Untergrund in Wohnzimmern, um Menschheitsziele, wie Friedensperspektiven, Diversität und Hoffnung, sich nicht nehmen zu lassen von den Gegenspielern der familiären Weltfamilie.

Liu Xiaobo zwei Tage vor der brutalen Niederschlagung des Protestes auf dem Tian’anmen-Platz: „Wir wollen nicht sterben. Wir wollen das wahre Leben.“

Wir wollen nicht den Tod durch Panzer und Gewehrkugeln.

Wir sind hier heute zusammen, um der Welt zu sagen, dass Liu Xiaobo nicht vergessen wird. Das seine Ideen und Visionen nicht versiegen, auch wenn er uns fehlt.

Martin Luther King ruft uns zu: Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden.

Sophie Scholl beschwört uns geradezu: „Ich bin nach wie vor der Meinung, das Beste getan zu haben, was ich gerade jetzt für mein Volk tun konnte. Ich bereue deshalb meine Handlungsweise nicht und will die Folgen, die mir aus meiner Handlungsweise erwachsen, auf mich nehmen.“

Das heißt bei Liu Xiaobo: „Wir wollen nicht sterben. Wir wollen das wahre Leben.“

Im Sinne Liu Xiaoboos heißt das: ein Leben gegen das Vergessen

Vergesst nicht das Schicksal der Menschen in Tibet!

Vergesst nicht das Recht auf freie Religionsausübung, besonders im Blick auf die Uiguren!

Vergesst nicht die Demokratiebewegung Hongkongs, steht den Menschen bei!

Vergesst nicht Taiwan! Deutschland: erkenne Taiwan als autonomen Staat an!

“Wir wollen nicht sterben. Wir wollen das wahre Leben.“

Noch ein Tipp von Liu Xiaobo: „Es genügt völlig, bei öffentlichen Reden nicht zu lügen und angesichts der üblichen Verlockungen und Drohungen, der Politik von Zuckerbrot und Peitsche, nicht die Lüge als Überlebensstrategie zu wählen.“

Ich bin Christ, Pfarrer der evangelischen Kirche und ganz bewusst auch ein Menschenrechtler und daher auch ein Weltenbürger, der wie jede und jeder eine Verantwortung für diese wunderbare Welt empfindet und trägt!

Daher möchte ich eine wichtige Dimension in unsere Debatte einbringen, dass ist die Hoffnung auf eine positivere weltweite Zukunft durch eine verändernde Perspektive, die durch die Religionen sichtbar wird.

Aus dieser auch positiven humanistischen gelebten Lebenseinstellung, bedeutet auch und gerade der Einsatz für das Inkrafttreten der Menschenrechte ein menschliches und göttliches Muss!!

Diese weltweiten Religionen bilden ein Potential zum weltumfassenden Frieden ohne jegliche Unterdrückung, weil die Religionen von der Liebe zu allen Menschen, der Tierwelt, der Natur und dadurch ein Überleben auf unserem einzigartigen Planeten, geprägt sind.

Deshalb setzen wir uns mit unserer Schülerschaft des Rhein-Maas Berufskollegs und der Gemeinschaft der Evangelischen Kirche in Kempen ein, für ein befreites Leben der Uiguren und Tibeter in China, für ein freies und selbständiges Taiwan, für die bürgerlichen Freiheiten und Rechte der Menschen in Hongkong und für Bildung und humanitäre Versorgung in Haiti.

Dieses Engagement und die Solidarität finden ihren weiteren Grund in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die absolut zu vermitteln und einzuhalten sind.

Martin Luther King formulierte bei seiner Verleihung des Friedensnobelpreises: “Das ist das große neue Problem der Menschheit. Wir haben ein großes Haus geerbt, ein großes Haus der Welt, in dem wir zusammen leben müssen – Schwarze und Weiße, Morgenländer und Abendländer, Juden und Nichtjuden, Katholiken und Protestanten, Moslems und Hindus – eine Familie, die in Ideen, Kultur und Interessen zu Unrecht getrennt ist, die, weil wir niemals wieder getrennt leben können, irgendwie lernen muss, in Frieden miteinander auszukommen.”

Meine Hoffnung und ein Appell an die weltweiten Religionen ist, dass sie sich für Frieden, die Gleichheit und Würde aller Menschen, Gerechtigkeit und Liebe gemeinsam einsetzen und so eine Gemeinschaft aller Menschen demonstrieren.

Ich weiß mich aber auch als Deutscher in der Pflicht, wie es Anne Applebaum, die diesjährige Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, bei ihrer Dankesrede in der Paulskirche forderte: „Nicht, dass Deutsche nie wieder Krieg führen dürfen, sondern dass sie eine besondere Verantwortung dafür haben, sich für die Freiheit einzusetzen und dabei auch Risiken einzugehen.“

Die Despoten haben Angst! Angst vor der Macht der Worte! Angst vor der Aufklärung! Angst vor Menschen, die keine Angst haben sich für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte einzusetzen, im Notfall auch mit ihrem Leben.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!

【欧洲之声】2026.07.17


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